Die nüchterne ‚Neue Sachlichkeit’

Die Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg war die Zeit der Weimarer Republik und des Übergangs in den Nationalsozialismus. Diese Jahre waren politisch schwierig und unsicher. In dieser Zeit entstand mit der ‚Neuen Sachlichkeit’ eine Stilrichtung. Dass diese sich durch entschiedene Nüchternheit auszeichnete, verstand sich aus der damaligen Zeit heraus. Auch konzentrierte sie sich auf neu ausgearbeitete, weil reduziert dargestellte Themen der Malerei. Porträts, Stilleben, Landschaften, aber auch Stadtansichten und Fensterbilder sowie Aktmalerei prägten diese Phase der deutschen Malerei.

Eine heterogene künstlerische Richtung

Die bedeutendsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit, wie George Grosz und Christian Schad, standen auch für die Heterogenität dieser künstlerischen Bewegung, kamen ihre Protagonisten doch aus unterschiedlichen Zusammenhängen zu dieser Art künstlerischen Wirkens. So stieß beispielsweise Otto Dix erst nach Phasen des Expressionismus, Dadaismus und Verismus zur ‚Neuen Sachlichkeit’. Für ihn stand seinerzeit das Objekt an erster Stelle und gestaltete dadurch die Form.

Über die Schärfe der Sozialstudien

So entstanden beispielsweise in ausdrücklicher Schärfe gemalte Sozialstudien wie das 1925 entstandene ‚Bildnis der Tänzerin Anita Berber’ oder sein 1927 entstandenes ‚Großstadt-Triptychon’. Otto Dix verstand sich mit diesen Bildern als Gesellschaftskritiker par excellence, und er steuerte in dieser Zeit auf den Höhepunkt seines Schaffens und Wirkens zu.

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