Über Fläche und Vervielfältigung

Zu den Gattungen der bildenden Kunst gehören Zeichnungen, Bilder und Grafik. Sie unterscheiden sich in der Art, wie Fläche genutzt und bearbeitet und das künstlerische Werk im Original oder in der Vervielfältigung erschaffen wird. Auch die Arbeitsmaterialien können vom Kohle- zum Tusche-, Zeichen- oder Farbstift bis hin zum Pinsel für Aquarell-, Tusche-, Öl- oder Acrylmalerei reichen.

Striche, Linien, Zeichnungen

Eine Zeichnung ist immer eine bildliche Darstellung in Form von Linien oder Strichen. Sie kann die Umrisse eines Motivs aufzeigen und so eingesetzt werden, dass Perspektive entsteht. Aus ihrer Geschichte heraus ist sie üblicherweise das Ergebnis freihändiger Arbeit. Heutzutage werden jedoch auch Schablonen und Lineale eingesetzt, um den Linien Präzision zu verleihen. Als Beispiel für einen Zeichner kann der aus Krefeld stammende Künstler Joseph Heinrich Beuys (1921 bis 1986) angeführt werden. So sind in seinem Nachlass viele Zeichnungen aus den frühen 1940er- und 1950er-Jahren zu finden.

Bilder und Fläche

In der Malerei wird hingegen die Oberfläche anders verstanden und bearbeitet. So zeigen Bilder weder Striche noch Linien, sondern Flächen. Diese entstehen, indem der Malgrund mit zumeist feuchten Farben gestaltet wird. Als Werkzeuge dienen hier nicht Stifte, sondern unter anderem Spachteln oder Pinsel. Paula Modersohn-Becker (1876 bis 1907) hinterließ zum Beispiel in ihrem kurzen Leben als deutsche Malerin und Vertreterin des frühen Expressionismus über 750 Gemälde, darunter viele Porträts und Naturstudien. So erstellte sie das zwischen 1900 und 1902 erstellte Bild ‚Moorgraben’, das durch mit dem Pinsel auf einen Untergrund aus Pappe aufgetragene Tempera entstand.

Grafiken und Vervielfältigung

Der Begriff der Grafik hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert. Damals stand er für alle nichtmalerischen zweidimensionalen Darstellungen. Grafik wird heute in Verbindung mit Techniken der Druckgrafik und Möglichkeiten der Vervielfältigung verstanden. Als früher Vertreter dieser Gattung kann Albrecht Dürer (1471–1528) mit seinen Holzschnitten und Kupferstichen verstanden werden. Eines seiner berühmten grafischen Meisterwerke ist beispielsweise der zwischen 1502 und 1505 nach Christus entstandene Zyklus ‚Marienleben’.

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