Von der Idee zum Werk

Der Kunst liegt das Können zugrunde. Auch ist sie ohne schöpferisches Potenzial der Künstlerinnen und Künstler nicht möglich. Hinzu kommt, dass sie sich aus der Inspiration in die Idee entwickelt. Die Kunst kann sich auf viele Arten und Weisen zeigen. So kann sie Literatur, Musik oder darstellende Kunst wie Tanz, Theater und Film, aber auch bildende Kunst wie Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Bildhauerei, Videokunst und Architektur sein.

Kunst als Retrospektive oder Vision

Die Kunst steht immer in einer Beziehung zum Individuum und zur Gesellschaft und richtet sich an Einzelne oder Kollektive unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Schichten, Szenen, Gruppierungen, Gesellschaften und Systeme. Sie wirkt je nach Zeit anders und findet ihren Ausdruck in bestimmten Epochen, Gattungen und Stilen auf entsprechende Arten und Weisen. Sie kann visionär sein und in die Zukunft wirken, sie kann aber auch retrospektiv als schöpferisches Werk der Vergangenheit verstanden werden. Ohne die Ideen Einzelner oder Kollektive kann die Kunst nicht abbilden, aufzeigen, erklären, interpretieren oder auch reflektieren. Sie brauchte oder braucht diese Ideen ebenfalls, um zu überhöhen oder kritisch zu hinterfragen. Dadurch verändert sie das Bewusstsein der Menschen und eröffnet neue Horizonte.

Kunst dient der Entwicklung der Gesellschaft. Was in ihren Anfängen, beispielsweise mit der Höhlenmalerei, an Jagdszenen oder religiösen Symbolen auf Felswänden gezeigt wurde, gab dem Stammes- und Familienbewusstsein die Möglichkeit, sich anders zu verstehen. Im 21. Jahrhundert ist dies mit Sicherheit immer noch ein Aspekt, unter dem Kunst, sei es Architektur, bildende oder darstellende Kunst, Musik oder Literatur, in die Gesellschaft wirkt. Doch geht es heute nicht mehr um einige, aus heutiger Sicht vergleichsweise wenige Menschen, die einst über religiöse Symbole in andere Ebenen von Bewusstsein gelangten, sondern um eine Massengesellschaft, auf die die Kunst eine Antwort haben muss.

Einstiges Gehör und heutige Tonträger

Dies heißt auch, dass sich die Ausdrucksmöglichkeiten in künstlerischen Belangen während der letzten Jahrtausende vervielfacht und differenziert haben. So gibt es als bildende Kunst beispielsweise nicht mehr allein die Architektur, sondern die zeitgenössische Architektur mit heterogenen Strukturen dieser architektonischen Epoche. Auch sind heute die Mittel, Kunst zu machen und in die Öffentlichkeit zu bringen, so vielschichtig wie vielfältig, weil Materialien in unterschiedlicher Beschaffenheit und Größe in großem Ausmaß zur Verfügung stehen.

Am Beispiel der Musik zeigt sich dies deutlich. Robert Schumann (1810 bis 1856), der deutsche Komponist, Dirigent und Musikkritiker der Romantik, hatte seinerzeit in Düsseldorf als städtischer Musikdirektor vielfältige Aufgaben, denn er leitete das dortige Orchester, den Gesangverein und musste zudem jeden Winter zehn Abonnementkonzerte zur Aufführung bringen. Die einzige Aufnahmemöglichkeit eines jeden Konzerts war jedoch damals das Gehör der Konzertgäste. Heute gibt es dagegen Tonträger wie CDs, Platten oder auch MP3-Player, die die Konzert-Aufnahmen heutiger Orchester wiedergeben. Sie zeigen, was durch Inspiration zur Idee und schließlich über die Komposition und Realisation zum musikalischen Œuvre wurde, und sie sind nur ein kleiner Teil dessen, was heute zur Wiedergabe eines Konzert für die Ohren eines Millionenpublikums möglich ist.

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